Schematisches Nasenprofil, in dem der knorpelige Bereich der Nasenspitze hervorgehoben ist

Bei einer Nasenspitzenkorrektur wird nur der untere, knorpelige Teil der Nase geformt. Nasenrücken und Nasenbein bleiben unverändert. Eine hängende, breite, kolbige oder schiefe Nasenspitze lässt sich so gezielt verändern, ohne die ganze Nase zu operieren. Fachleute sprechen auch von Tip-Plastik oder Tip-Rhinoplastik.

Hier lesen Sie, wann eine reine Spitzenkorrektur ausreicht und wann eine vollständige Nasenkorrektur sinnvoller ist. Außerdem: wie der Eingriff abläuft, warum die Spitze am längsten zum Abschwellen braucht und welche Risiken bekannt sind.

Was ist eine Nasenspitzenkorrektur?

Die Form der Nasenspitze wird vor allem von den beiden unteren Flügelknorpeln bestimmt. Bei der Nasenspitzenkorrektur werden diese Knorpel neu geformt, mit feinen Nähten in eine andere Stellung gebracht und bei Bedarf gestützt. Für die Stütze verwendet man meist ein kleines Stück körpereigenen Knorpel aus der Nasenscheidewand oder dem Ohr. Weil kein Knochen durchtrennt wird, verläuft die Heilung meist ruhiger als nach einer vollständigen Nasenkorrektur.

Welche Formen der Nasenspitze lassen sich korrigieren?

BefundWas dabei verändert wird
Hängende NasenspitzeDie Spitze wird gestützt und leicht angehoben, etwa wenn sie beim Lächeln nach unten zieht.
Breite oder kolbige SpitzeDie Flügelknorpel werden mit Nähten verschmälert und klarer geformt.
Kastenförmige SpitzeZu breite Knorpelwinkel werden abgeflacht.
Schiefe oder asymmetrische SpitzeBeide Seiten werden einander angeglichen.
Zu wenig ProjektionEin Knorpeltransplantat gibt der Spitze mehr Halt und Vorsprung.

Sind die Nasenlöcher zu breit, wird das meist an den Nasenflügeln korrigiert (Nasenflügelverkleinerung). Eine Spitzenkorrektur allein reicht dafür nicht.

Nasenspitzenkorrektur oder vollständige Nasenkorrektur?

NasenspitzenkorrekturVollständige Nasenkorrektur
BereichNur die knorpelige SpitzeGanze Nase: Knochen, Rücken, Spitze
NasenbeinBleibt unverändertWird bei Bedarf geformt
Schwellung und BlutergüsseMeist geringerMeist stärker, oft um die Augen
Geeignet beiPassendem Nasenrücken, Problem nur an der SpitzeHöcker, schiefer Nase oder Atembeschwerden

Haben Sie zusätzlich einen Höcker oder eine schiefe Nase, reicht eine reine Spitzenkorrektur nicht. Dasselbe gilt bei Atembeschwerden durch eine verkrümmte Nasenscheidewand. Dann wird die Spitze im Rahmen einer vollständigen Nasenkorrektur mitbehandelt. Mehr zur schiefen Nase lesen Sie unter Schiefe Nase begradigen.

Für wen eignet sich der Eingriff?

  • wenn Sie vor allem die Nasenspitze stört und der Nasenrücken bereits passt,
  • wenn die Spitze hängt, breit, kolbig oder asymmetrisch ist,
  • wenn das Wachstum der Nase abgeschlossen ist,
  • bei guter allgemeiner Gesundheit und realistischen Erwartungen.

Die US-Leitlinie zur Nasenkorrektur empfiehlt, vor der Operation Folgendes zu klären (Ishii et al., 2017):

  • Beweggründe und Erwartungen: Behandelnde sollen offen sagen, ob die Erwartungen realistisch sind.
  • Begleiterkrankungen, die den Eingriff beeinflussen oder ausschließen können: obstruktive Schlafapnoe, körperdysmorphe Störung, Blutgerinnungsstörungen und die regelmäßige, langfristige Anwendung abschwellender Nasensprays.
  • Die Nasenatmung.

Dicke Haut an der Nasenspitze schließt eine Korrektur nicht aus. Die feinere Form zeichnet sich darunter aber später und weniger scharf ab, und die Schwellung hält länger an. Oft ist dann eine kräftigere Knorpelstütze nötig.

Offene oder geschlossene Technik?

GeschlossenOffen
SchnittNur im NaseninnerenZusätzlich ein kleiner Schnitt am Nasensteg (Kolumella)
Sichtbare NarbeKeineFeine Narbe, die mit der Zeit verblasst
Geeignet fürEinfachere FormkorrekturenAufwendigere Formung und Knorpeltransplantate

Welche Technik passt, hängt von der Ausgangsform und davon ab, ob Knorpel ergänzt werden muss. Das wird bei der Untersuchung festgelegt.

Wie läuft die Nasenspitzenkorrektur ab?

  1. Untersuchung und Planung: Bei der Untersuchung werden Knorpel, Hautdicke und Atmung beurteilt. Danach wird festgelegt, wie weit die Spitze angehoben oder verschmälert werden soll.
  2. Vorbereitung: Rauchen und gerinnungshemmende Mittel (etwa Acetylsalicylsäure, Fischöl, Vitamin E) werden nach ärztlicher Absprache rechtzeitig vor dem Eingriff pausiert.
  3. Narkose: Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder im Dämmerschlaf und dauert meist ein bis zwei Stunden.
  4. Formung: Die Flügelknorpel werden über den gewählten Zugang geformt und mit Nähten fixiert, bei Bedarf mit einem Knorpeltransplantat.
  5. Abschluss: Die Schnitte werden mit feinen Fäden verschlossen. Eine kleine Schiene oder ein Tape schützt die Spitze.

Laut der Leitlinie sollen Nasentamponaden nach einer Nasenkorrektur nicht routinemäßig eingelegt werden. Werden Antibiotika gegeben, dann nicht routinemäßig länger als 24 Stunden nach der Operation (Ishii et al., 2017).

Heilung: Warum die Spitze am längsten braucht

  • Erste Tage: Die Spitze ist geschwollen. Weil das Nasenbein nicht bearbeitet wird, sind Blutergüsse um die Augen meist geringer als nach einer vollständigen Nasenkorrektur. Hilfreich sind Kühlen und Schlafen mit erhöhtem Kopf.
  • Nach etwa einer Woche: Schiene oder Tape werden entfernt. Danach sind die meisten wieder gesellschaftsfähig.
  • Die folgenden Monate: Die Schwellung an der Spitze geht langsam zurück. Die Spitze schwillt als letzter Bereich der Nase ab, bei dicker Haut dauert es länger.
  • Nach etwa zwölf Monaten: Die endgültige Form ist meist erreicht. Die Leitlinie empfiehlt, die Zufriedenheit mit Aussehen und Atmung frühestens nach zwölf Monaten zu erfassen (Ishii et al., 2017).

Risiken und mögliche Komplikationen

Eine große US-Datenbankstudie hat 4.978 Menschen nach einer Nasenkorrektur ausgewertet. Bei 0,7 % kam es innerhalb von 30 Tagen zu einer schweren Komplikation, also zu einem Besuch in der Notaufnahme, einer stationären Aufnahme oder einer erneuten Operation. Am häufigsten waren Hämatome, also Blutansammlungen (0,2 %), und Infektionen (0,2 %). Das Risiko stieg ab 40 Jahren und wenn gleichzeitig weitere Körperregionen operiert wurden (Layliev et al., 2017). Die Zahlen betreffen Nasenkorrekturen insgesamt, nicht nur Spitzenkorrekturen.

  • Länger anhaltende Schwellung: vor allem bei dicker Haut.
  • Asymmetrie oder kleine Unregelmäßigkeiten: Ein Transplantat kann sich bei dünner Haut abzeichnen. Manchmal ist eine kleine Nachkorrektur nötig. Die Leitlinie empfiehlt, vorab über die Möglichkeit eines weiteren Eingriffs aufzuklären. Mehr dazu unter Revisionsrhinoplastik.
  • Atmung: Werden die Flügelknorpel zu stark geschwächt, können die Nasenflügel beim Einatmen nach innen ziehen. Deshalb wird die Stabilität der Knorpel erhalten oder gezielt gestützt.

Melden Sie sich sofort bei starker oder anhaltender Blutung, Fieber oder zunehmenden Schmerzen. Dasselbe gilt bei Rötung und Schwellung, die nach den ersten Tagen wieder zunehmen.

Nasenspitze ohne OP anheben?

Eine leicht hängende Spitze lässt sich in ausgewählten Fällen mit einem Filler vorübergehend kaschieren. Ein Filler kann aber nur Volumen ergänzen. Den Knorpel formt er nicht um, und die Wirkung lässt nach. Hinzu kommt: Die Nase gehört zu den Regionen, in denen nach Filler-Behandlungen weltweit am häufigsten Fälle von Sehstörungen bis zur Erblindung beschrieben wurden (Beleznay et al., 2019). Die Form des Knorpels selbst lässt sich nur mit einer Operation verändern.

Wovon hängen die Kosten ab? Krankenkasse

Die Kosten hängen von Technik, Narkoseart und dem Bedarf an Knorpeltransplantaten ab. Auch zählt, ob zusätzlich die Nasenflügel oder die Nasenscheidewand behandelt werden. Eine Nasenspitzenkorrektur aus ästhetischen Gründen ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Für gesetzlich Versicherte in Deutschland gilt § 52 Abs. 2 SGB V: Bei Komplikationen nach einer medizinisch nicht notwendigen ästhetischen Operation müssen Sie sich in angemessener Höhe an den Behandlungskosten beteiligen. Das Krankengeld kann für diese Zeit ganz oder teilweise versagt werden.

Häufige Fragen zur Nasenspitzenkorrektur

Bleibt eine Narbe?

Bei der geschlossenen Technik liegen alle Schnitte im Naseninneren. Bei der offenen Technik bleibt eine feine Narbe am Nasensteg, die mit der Zeit verblasst.

Wie lange ist die Nasenspitze geschwollen?

Die gröbste Schwellung geht in den ersten Wochen zurück. Die feine Schwellung an der Spitze bildet sich über Monate zurück, bei dicker Haut länger. Die endgültige Form zeigt sich meist nach etwa einem Jahr.

Bleibt das Ergebnis erhalten?

Die Veränderung am Knorpel ist auf lange Sicht angelegt. Haut und Bindegewebe altern jedoch weiter, sodass sich die Nase mit den Jahren leicht verändern kann. Ein Ergebnis lässt sich nicht garantieren.

Ab welchem Alter ist eine Nasenspitzenkorrektur möglich?

Erst wenn die Nase ausgewachsen ist, in der Regel ab etwa 18 Jahren. Ob das Wachstum abgeschlossen ist, wird bei der Untersuchung beurteilt.

Verändert eine Nasenspitzenkorrektur die Atmung?

Bei sorgfältiger Planung bleibt die Atmung meist unverändert, weil die Stabilität der Knorpel erhalten wird. Bestehen schon vor der Operation Atembeschwerden, werden sie gesondert untersucht und bei Bedarf im selben Eingriff behandelt.

Persönliche Beratung

Ob eine reine Spitzenkorrektur reicht oder die ganze Nase einbezogen werden sollte, zeigt erst die Untersuchung. In unserer Praxis in Istanbul (Ataşehir) beraten wir auch auf Deutsch. Für eine erste Einschätzung aus der Ferne können Sie uns Fotos Ihrer Nase schicken – von vorn, seitlich und von unten, bei Tageslicht. Einen Termin vereinbaren Sie über unsere Kontaktseite.

Quellen

  1. Ishii LE, Tollefson TT, Basura GJ, et al. Clinical Practice Guideline: Improving Nasal Form and Function after Rhinoplasty. Otolaryngol Head Neck Surg 2017;156(2_suppl):S1–S30. doi:10.1177/0194599816683153
  2. Layliev J, Gupta V, Kaoutzanis C, et al. Incidence and Preoperative Risk Factors for Major Complications in Aesthetic Rhinoplasty: Analysis of 4978 Patients. Aesthet Surg J 2017;37(7):757–767. doi:10.1093/asj/sjx023
  3. Beleznay K, Carruthers JDA, Humphrey S, Carruthers A, Jones D. Update on Avoiding and Treating Blindness From Fillers: A Recent Review of the World Literature. Aesthet Surg J 2019;39(6):662–674. doi:10.1093/asj/sjz053

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

Op. Dr. Ali Çetinkaya

Medizinisch geprüft von

Op. Dr. Ali Çetinkaya

Facharzt für Ästhetische, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie

  • Facharzt seit 2017
  • Mitglied der TPRECD
  • Ataşehir, Istanbul
  • Türkçe · English · Deutsch

Op. Dr. Ali Çetinkaya ist Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Mitglied der TPRECD (Türkische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie). Er schloss 2017 seine Facharztausbildung ab und ist in seiner eigenen Klinik in Ataşehir, Istanbul tätig. Spezialisiert auf Deep Plane Facelift, Halsstraffung, Rhinoplastik und Lidchirurgie (Blepharoplastik) sowie weitere Verfahren der Gesichtsästhetik. Beratung auf Türkisch, Englisch und Deutsch für internationale Patienten.

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