Seitliche Schemazeichnung eines Gesichtsprofils mit markiertem Höcker am Nasenrücken

Als Höckernase bezeichnet man eine Nase, deren Rücken im Profil nach vorn gewölbt ist. Der Höcker besteht meist aus Knochen im oberen und Knorpel im mittleren Teil des Nasenrückens. Hängt zusätzlich die Nasenspitze, spricht man oft von einer Hakennase.

Ob ein Höcker stört, ist eine persönliche Frage. Hier lesen Sie, wie ein Höcker entsteht, was ohne Operation möglich ist und wie eine Höckerabtragung abläuft.

Wie entsteht eine Höckernase?

  • Veranlagung: Form und Größe von Nasenbein und Knorpel sind weitgehend erblich. Der Höcker wird oft in der Pubertät sichtbar, wenn die Nase auswächst.
  • Verletzungen: Nach einem Nasenbruch kann ein Höcker entstehen oder die Nase schief zusammenwachsen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Schiefe Nase begradigen.
  • Proportionen: Eine tief stehende oder hängende Nasenspitze lässt einen Höcker stärker hervortreten.

Nur ein Höcker – oder mehr?

Für die Planung ist entscheidend, was außer dem Höcker eine Rolle spielt:

BefundWoran man ihn erkenntWas infrage kommt
Kleiner HöckerLeichte Wölbung, Spitze und Atmung unauffälligFiller zur Kaschierung oder kleine Höckerabtragung
Deutlicher HöckerWölbung im Profil klar sichtbarHöckerabtragung im Rahmen einer Nasenkorrektur
Höcker und hängende SpitzeSpitze zeigt nach unten, beim Lächeln stärkerHöckerabtragung und Korrektur der Spitze
Höcker und AtembeschwerdenBehinderte Nasenatmung, oft schiefe NasenscheidewandNasenkorrektur mit Korrektur der Nasenscheidewand

Was hilft ohne Operation?

Übungen oder Massagen verändern Knochen und Knorpel nicht. Mit Make-up lässt sich der Nasenrücken optisch begradigen.

Mit Hyaluronsäure-Fillern kann ein Höcker kaschiert werden: Die Bereiche oberhalb und unterhalb werden aufgefüllt, sodass der Rücken gerader wirkt. Die Nase wird dabei nicht kleiner, und das Ergebnis ist vorübergehend. Eine Übersichtsarbeit beschreibt die Methode als vorübergehende Alternative; die Autoren weisen darauf hin, dass schwere Komplikationen wie Gefäßverschlüsse wahrscheinlich zu selten berichtet werden [2]. Die Nase gilt bei Fillern als heikle Region.

Höckerabtragung: wie läuft sie ab?

Der Höcker wird im Rahmen einer Nasenkorrektur (Rhinoplastik) entfernt. Je nach Befund werden Knochen und Knorpel abgetragen und die Nasenbeine anschließend verschmälert, oder der Nasenrücken wird als Ganzes abgesenkt und dabei weitgehend erhalten (Preservation-Technik). Die Operation erfolgt in geschlossener Technik ohne äußeren Schnitt oder in offener Technik mit einer kleinen Narbe am Nasensteg.

Der Eingriff dauert etwa 2–3 Stunden und erfolgt in Vollnarkose; meist bleiben Sie eine Nacht im Krankenhaus. Die Schiene wird nach etwa einer Woche entfernt, gesellschaftsfähig sind die meisten nach 7–10 Tagen. Eine Brille sollte einige Wochen nicht auf dem Nasenrücken drücken. Die feine Schwellung an der Spitze klingt zuletzt ab; das endgültige Ergebnis zeigt sich nach etwa einem Jahr.

Ausführliche Informationen zu Techniken, Ablauf und Erholung finden Sie auf unserer Seite zur Nasenkorrektur.

Welche Risiken gibt es?

Häufig sind Schwellungen und Blutergüsse um die Augen in den ersten Tagen. Möglich sind Nachblutungen, Infektionen, eine vorübergehend behinderte Nasenatmung, Unregelmäßigkeiten am Nasenrücken oder ein verbleibender Resthöcker. Eine Meta-Analyse zur Preservation-Technik mit 22 Studien und 5.660 Patientinnen und Patienten fand einen erneuten oder verbliebenen Höcker bei 4,2 % und eine Korrekturoperation bei 3,5 % [1]. Die Werte gelten für diese Technik und lassen sich nicht auf jede Ausgangslage übertragen.

Warnzeichen: Melden Sie sich am selben Tag bei Ihrem Behandlungsteam bei Fieber, zunehmenden Schmerzen oder Schwellung oder bei Nasenbluten, das nicht nachlässt. Treten nach einer Filler-Behandlung Sehstörungen, starke Schmerzen oder eine Verfärbung der Haut auf, ist sofort ärztliche Hilfe nötig; rufen Sie den Notruf 112.

Zahlt die Krankenkasse?

Eine Höckerabtragung aus ästhetischen Gründen ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung. Ist die Nasenatmung behindert, kann der funktionelle Teil (etwa die Korrektur der Nasenscheidewand) unter Umständen übernommen werden; das klären Sie vorab mit Ihrer Krankenkasse. Für gesetzlich Versicherte gilt nach § 52 Abs. 2 SGB V: Müssen Komplikationen nach einer medizinisch nicht notwendigen ästhetischen Operation behandelt werden, müssen Sie sich in angemessener Höhe an den Behandlungskosten beteiligen; das Krankengeld kann ganz oder teilweise versagt werden.

Häufige Fragen zur Höckernase

Kann der Höcker nach einer Operation wiederkommen?

Ja, das ist möglich, aber selten. Ein kleiner Resthöcker kann sich auch erst zeigen, wenn die Schwellung abgeklungen ist; dann wird in Ruhe über eine Korrektur gesprochen.

Ab welchem Alter ist eine Höckerabtragung möglich?

In der Regel erst, wenn das Wachstum der Nase abgeschlossen ist, also meist ab dem späten Jugendalter.

Bleibt eine sichtbare Narbe?

Bei der geschlossenen Technik liegen die Schnitte in der Nase. Bei der offenen Technik bleibt eine kleine Narbe am Nasensteg, die meist gut verheilt; wie sichtbar sie ist, ist individuell.

Spielt das Kinn für das Profil eine Rolle?

Ja. Nase, Lippen und Kinn bestimmen gemeinsam das Profil. Ein zurückliegendes Kinn kann eine Nase größer wirken lassen; mehr dazu im Beitrag zum fliehenden Kinn.

Persönliche Beratung

Ob bei Ihnen nur der Höcker, auch die Nasenspitze oder die Nasenatmung eine Rolle spielt, zeigt eine Untersuchung. In unserer Praxis in Istanbul (Ataşehir) beraten wir auch auf Deutsch. Einen Termin vereinbaren Sie über unsere Kontaktseite.

Quellen

  1. Tham T, Bhuiya S, Wong A, Zhu D, Romo T, Georgolios A. Clinical Outcomes in Dorsal Preservation Rhinoplasty: A Meta-Analysis. Facial Plast Surg Aesthet Med 2022;24(3):187–194. doi:10.1089/fpsam.2021.0312
  2. Williams LC, Kidwai SM, Mehta K, Kamel G, Tepper OM, Rosenberg JD. Nonsurgical Rhinoplasty: A Systematic Review of Technique, Outcomes, and Complications. Plast Reconstr Surg 2020;146(1):41–51. doi:10.1097/PRS.0000000000006892

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

Op. Dr. Ali Çetinkaya

Medizinisch geprüft von

Op. Dr. Ali Çetinkaya

Facharzt für Ästhetische, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie

  • Facharzt seit 2017
  • Mitglied der TPRECD
  • Ataşehir, Istanbul
  • Türkçe · English · Deutsch

Op. Dr. Ali Çetinkaya ist Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Mitglied der TPRECD (Türkische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie). Er schloss 2017 seine Facharztausbildung ab und ist in seiner eigenen Klinik in Ataşehir, Istanbul tätig. Spezialisiert auf Deep Plane Facelift, Halsstraffung, Rhinoplastik und Lidchirurgie (Blepharoplastik) sowie weitere Verfahren der Gesichtsästhetik. Beratung auf Türkisch, Englisch und Deutsch für internationale Patienten.

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